Leidenschaft

Im Hopfenkeller ist der Funke der Leidenschaft auf mich gesprungen und ab dem Moment wollte ich Brauerin sein.

Wir erzählen dir hier die Geschichten unserer Mitarbeitenden. Erlebe mit uns die Leidenschaft und das Herzblut.

Die Geschichte von Ida und Doppelleu Boxer begann mit einer Schnupperlehre im Jahr 2018. Ida kam im Dezember 2016 aus Italien in die Schweiz und wollte das Gymnasium abschliessen und Biotechnologie studieren. Während einem Jahr Integrationsschule entdeckte sie das in der Schweiz unterschiedliche und sehr gut ausgebaute Ausbildungssystem mit der Berufslehre. Und an der Berufsmesse dann die Ausbildung zur Lebensmitteltechnologin.

Ida Mahmudi ist Brauerin bei Doppelleu Boxer in Winterthur

«Als Patrick mir im Hopfenkeller den Hopfen gezeigt und erklärt hat, ist der Funke der Leidenschaft auf mich gesprungen und ab dem Moment wollte ich Brauerin sein.»

Viele Betriebe erteilten Ida eine Absage aufgrund ihrer Deutschkenntnisse. Auch bei Doppelleu Boxer war es beim Vorstellungsgespräch ein Thema, jedoch passé nach einer Schnupperwoche. Denn in der wöchentlichen Sitzung der gesamten Produktion war schnell klar, dass eine solch aufgestellte, motivierte und wissbegierige Person wie Ida perfekt ins Team passt. Patrick, ihrem Berufsbildner und Produktionsleiter, war bewusst, dass Mehraufwand notwendig war. Und so gab es nach einem dreiwöchigen Schulblock an einem Freitagnachmittag zusätzlichen Unterricht vom Meister persönlich. «Zu Beginn war es 50% Verständnis und 50% Logik & Fantasie». Die Ausbildung bei Doppelleu Boxer gefiel ihr so besonders, da sie den kompletten Kreislauf der Bierproduktion durchmachen konnte. «Du beginnst mit der Malzanlieferung und endest mit dem frisch abgefüllten Bier in der Flasche. Und wenn ich dann am Feierabend Menschen unser Bier trinken sehe, freut es mich wahnsinnig. Noch mehr, wenn ich jeweils die Lotnummer unserer Biere im Ladenregal oder bei Freunden nachsehe. Denn wenn ich es gebraut habe, bin ich am meisten stolz».

Was haben Sauerbiere und Japanisch gemeinsam?

Ausser, dass Ida beides liebt, wissen wir es auch nicht. Anfangs war sie sehr betrübt, kurz vor ihrem 18. Geburtstag von Italien weg zu müssen. Jetzt ist sie froh darüber, in der Schweiz zu sein und freut sich darauf, was das Leben mit all seinen Möglichkeiten für sie bereithält. Die Welt bereisen, ein Praktikum in einer belgischen Brauerei um ein Sour-Ale herzustellen, Japanisch lernen. Sie liebt japanische Mangas und hat erst kürzlich einen Comic übers Bierbrauen gezeichnet und würde selbstredend die Unterhaltungen gerne in der Herkunftssprache schreiben.

Nach den Abschlussprüfungen steht erst einmal der Genuss im Vordergrund. Die neu gewonnene Freizeit ohne Lernen, ihre Freunde treffen, wann immer sie will sowie den Sommer geniessen. Sicherlich mit dem ein oder anderen Chopfab Trüeb, ihrem Lieblingsbier.

Interview mit Ilirida Mahmudi

Mit Herzblut tätig bei Doppelleu Boxer als Brauerin

Juni 2021