09.08.2021 – News

Die Chopfab-Gründer haben den Schweizer Biermarkt aufgemischt

Vom Bierbrauen hatten Philip Bucher und Jörg Schönberg wenig Ahnung, als sie Anfang 2013 das Craft-Bier Chopfab lancierten. Dafür hatten sie ein gutes Gespür für den Markt. Bucher war beim Sanitärtechnikkonzern Geberit für das Marketing verantwortlich gewesen. Schönberg leitete den Vertrieb bei einem Verlagshaus für Wirtschaftsmedien.  Sie hätten ihre Karrieren wohl gut weiterverfolgen können. Dennoch entschlossen sie sich für ein Wagnis.

Rasanter Aufstieg

Los ging es zu fünft: Die beiden Neuunternehmer engagierten einen ambitionierten Braumeister sowie zwei Aussendienstmitarbeiter. Sie beschafften Kapital, um in den Niederlanden ein gebrauchtes Sudhaus zu kaufen und in Deutschland eine gebrauchte Abfüllanlage. «Wir haben die Anlagen noch selbst abmontiert», erinnern sich die beiden. Aufgebaut wurde alles wieder in einer Fabrikhalle im Winterthurer Industriegebiet Grüzefeld.

Acht Jahre später bewegt sich die Brauerei Doppelleu Boxer in anderen Dimensionen. Die Mitarbeiterzahl ist auf knapp hundert angewachsen, der Bierabsatz hat sich vervielfacht. Mit den Marken Chopfab, Doppelleu und Boxer ist das Unternehmen zum grössten Produzenten von sogenannten Craft-Bieren in der Schweiz aufgestiegen.

Am Anfang stand einerseits der Wunsch nach Unternehmertum. Sowohl Bucher wie Schönberg, die schon lange befreundet waren, wollten eine eigene Firma gründen und packten es schliesslich gemeinsam an. Anderseits waren sie zur Überzeugung gelangt, dass in der Schweiz etwas fehlte. «Vor zehn Jahren war die Schweiz noch eine Bier-Einöde», sagt Bucher. Auf seinen vielen Dienstreisen im Ausland hatte Bucher aber andere Entdeckungen gemacht. Überall rund um die Schweiz hatte sich Bier zu einem spannenden Produkt entwickelt. Kleine Produzenten brachten obergärige Biere auf den Markt, die ungleich vielfältiger und geschmackvoller waren als das Einheitsbier der grossen Brauereien. Bucher und Schönberg wollten die Ersten sein, die diese Marktlücke in der Schweiz erschliessen. Denn die Erfahrung zeigte, dass sich die «First Mover» in vielen anderen Ländern durchgesetzt hatten. Im Rückblick war einiges Glück dabei, dass die Chopfab-Gründer den richtigen Zeitpunkt erwischten.

Bei ihrem Start im Jahr 2013 begann man sich in der Deutschschweiz für Spezialitätenbiere zu interessieren. Der Detailhändler Coop nahm Chopfab im Jahr 2014 in sein Sortiment auf – und die Absatzzahlen explodierten förmlich. Es half auch geschicktes Marketing. Die charakteristischen schwarzen Dosen und die minimalistischen Flaschen von Chopfab fielen im Regal auf. Der Name Chopfab – er nimmt Bezug auf das Köpfen einer Bierflasche – erwies sich als einprägsam. Vor allem aber war der Name nicht an einen bestimmten Ort gebunden.

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